Mittelalterliches Kriminalmuseum
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Überblick

Alles für Ihren Besuch auf einen Blick: der Rundgang durch zwei Gebäude, die acht Themenbereiche der Dauerausstellung und unsere Cafeteria mit Museumsshop in der Johanniterscheune.

Kommen Sie mit auf einen

Rundgang

Der Rundgang orientiert sich am Gang des Strafverfahrens – vom Ermittlungsverfahren bis zur Vollstreckung der Strafe. Eine Vielzahl von Themeninseln beleuchtet darüber hinaus besondere Bereiche der Rechtsgeschichte im Detail.

Hauptgebäude

Burggasse 3
2. OG
Staat, Polizei & KuriosaStaats- und Verfassungsrecht, Polizeirecht, Schulstrafen, aufsehenerregende Kriminalfälle, Aberglauben, Passwesen, juristische Karikaturen, Exlibris und Fayencen
1. OG
Recht, Kirche & EhreRecht in germanisch-fränkischer Zeit, Rechtsspiegel, Kirche und Recht, Inquisitionsverfahren, Stadt und Recht, Siegel, Ehrenstrafen, Eiserne Jungfrau, Ehe, Ehre und Frauen im Recht, Handwerksrecht · Toiletten
EG
Urteil & StrafeLeibes- und Lebensstrafen, Freiheitsstrafen, Scharfrichter, Räuber und Hexen · Eingang mit Kasse, Museumsshop und Toiletten
Keller
Verfahren & FolterVerfahrensbeginn, Beweisverfahren, Folter – hier beginnt der Rundgang

Johanniterscheune

Burggasse 5
DG
FestsaalKonferenzbereich für Tagungen und Seminare
1. OG
Sonderausstellung„Schatz und Schatzsuche“ in Recht und Geschichte
Zwischen­ebene
SonderausstellungFortsetzung der aktuellen Sonderschau
EG
Cafeteria & ShopCafeteria, Museumsshop und Multimediaraum
Die Dauerausstellung

Acht Themenbereiche

Was ist historisch belegt, was Legende? Jeder Bereich stellt die Fragen, denen Sie im Museum auf den Grund gehen.

01

Recht in alter Zeit

Seit frühester Zeit versuchten die Menschen, ihr Zusammenleben auch mit Hilfe des Rechts zu gestalten. Anfangs ging es vor allem um die Lösung – teils sehr blutiger – Konflikte; später wurde das Recht zunehmend zum Machtinstrument, dem immer mehr Lebensbereiche unterworfen wurden.

Erfahren Sie mehr über die Formen der Konfliktlösung: von blutiger Fehde und Thing über Gottes- und Landfrieden bis zum Justizapparat des modernen Rechtsstaats.

02

Eine Frage der Ehre

Bevor „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ unser Rechtsdenken veränderten, wurde Recht ständisch begriffen. Ehre und Stand entschieden über Lebensweg und Perspektiven. Wie gingen die Gesellschaftsgruppen mit dem Recht ihres Standes um – und welche Sanktionen drohten bei Übertretungen?

Erkennen Sie, wie intensiv das Leben unserer Vorfahren in allen Facetten vom Recht durchdrungen war. Das peinliche Kriminalrecht bildete dabei nur einen kleinen Ausschnitt.

03

Verfahren und Folter

Die längste Zeit unserer Geschichte war der Anklageprozess die vorherrschende Verfahrensform: Der Kläger musste den Beklagten auf eigene Kosten und eigenes Risiko überführen – mit teils irrationalen Beweismitteln wie Reinigungseid und Gottesurteil.

Mit dem Hochmittelalter kam das von Amts wegen betriebene Inquisitionsverfahren hinzu. In seinem Schlepptau etablierte sich die Folter als menschenunwürdiges Mittel der Wahrheitsfindung. Welchen Regeln war die Tortur unterworfen, was führte zu ihrer Abschaffung?

04

Urteil und Strafe

Schriftlichkeit und Heimlichkeit bestimmten den alten Strafprozess. Deshalb etablierte sich der „endliche Rechtstag“: Am Tag der Urteilsverkündung und Strafvollstreckung wurden alle Verfahrensschritte noch einmal öffentlich inszeniert – oft als „Theater des Schreckens“.

Nichts scheint mehr für ein „finsteres Mittelalter“ zu sprechen als Folter und brutale Todesstrafen. Doch warum entwickelte sich ein solches Panoptikum grausamer Strafen, und wie häufig wurde überhaupt peinlich gestraft?

05

Hexen, Henker und Halunken

Die scharfe Klinge des Strafrechts traf vor allem Randgruppen und „niedere“ Stände. Die Strafvollstreckung lag meist in der Hand des Scharfrichters – öffentliches Organ der Rechtspflege und Randgruppe zugleich, der bis heute verstört und fasziniert.

Europas wohl bedeutendste Privatsammlung zu Hexenwahn und Hexenverfolgung räumt mit landläufigen Fehlvorstellungen auf: Warum gab es „im Mittelalter“ gar keine Hexenverfolgungen? Wieso hatte „die Kirche“ mit Hexenprozessen weniger zu tun als oft geglaubt?

06

Kirche, Reich und Recht

„Zwei Schwerter ließ Gott auf Erden, zu beschirmen die Christenheit. Dem Papst ist bestimmt das geistliche, dem Kaiser das weltliche.“ – Sachsenspiegel, 13. Jh.

Nach dem Untergang des Römischen Reiches wurde die Kirche zum überregionalen Träger von Schrift, Kultur und Wissen und schuf einen eigenen Rechtskreis neben dem weltlichen Recht. Tauchen Sie ein in die Verfassung von Reich und Kirche, in Papstwahl und Kaiserkrönung und die Symbole der Macht von gestern und heute – bis zu den Revolutionen des 18. bis 20. Jahrhunderts.

07

Tiere in der Rechtsgeschichte

Geköpfte Spatzen? Gehängte Hunde? Unvorstellbar – nicht für „tierische Übeltäter“ früherer Jahrhunderte. Lebensechte Tierpräparate und hochkarätige Exponate erzählen von Tieren als Angeklagten und von Strafen mit Tieren.

Das Spannungsverhältnis von Tier und Mensch begegnet uns auch jenseits des Strafrechts: Wie ging der Mensch mit den alltäglichen Gefahren durch Tiere um, und wie schützte er die Tierwelt, die oft seine wichtigste Lebensgrundlage war?

08

Mythos oder Wahrheit? Rechtsfantasien

Maskierte Scharfrichter? Eiserne Jungfrauen? Über die Jahrhunderte entwickelte sich ein bunter Reigen blutig-verstörender, aber auch skurril-amüsanter Vorstellungen zu Recht und Strafe in alter Zeit.

Was davon ist historisch belegt, was nachweislich Legende? Die Bereiche der Rechtsfantasien im Museum geben die Antwort.

Johanniterscheune

Cafeteria & Museumsshop

Unsere Cafeteria bietet Heiß- und Kaltgetränke sowie verschiedene Kuchen. Sie liegt mit dem Museumsshop im Erdgeschoss der Johanniterscheune und hat rund 40 Innen- und Außensitzplätze – im Sommer mit Blick auf Stadtmauer und Burggarten.

Saisonal gibt es Erfrischungen wie Holunderblütenschorle, Hugo und Aperol Spritz, dazu Besonderheiten wie einen „Sanften Engel“ oder einen Affogato. Im Dezember empfehlen wir weißen Glühwein oder einen heißen Holunder. Der Museumsshop hält Publikationen und kleine Verkaufsartikel bereit.

KuchenKaffee & TeeHolunderblütenschorleHugoAperol SpritzSanfter EngelAffogatoWeißer Glühwein
Innenraum der Cafeteria in der Johanniterscheune

Öffnungszeiten Cafeteria

  • Täglich11:00 – 16:00 Uhr
  • Adventssamstage11:00 – 17:00 Uhr
  • 24.12. und 31.12.geschlossen
  • Museumsshopzu den Museumszeiten
Johanniterscheune mit Innenhof
Gäste im Hof der Johanniterscheune